Fehn-Apotheke

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Dr. Elke Schnörwangen

Acht Millionen Deutsche sind bereits tätowiert – Tendenz steigend. Ob Ausdrucksmittel körperlicher Selbstbestimmung, jugendkulturelle Zugehörigkeit, Vorliebe und Abgrenzung – oder einfach das Aufzeigen der eigenen Individualität. Es gibt viele Gründe für Tätowierungen, aber eines haben alle gemeinsam: Es ist eine Entscheidung, die kaum mehr rückgängig zu machen ist, denn die Nadel einer Tätowierpistole schießt bis zu 3.500 Mal pro Minute in die mittlere Hautschicht (Dermis) und verteilt dort ein bis zwei Milligramm Farbstoff pro Quadratzentimeter. Der Körper kann die Farbpigmente nicht abbauen, da Immunzellen diese einkapseln und verschließen.

Der Göttinger Wissenschaftler Dr. Steffen Schubert steht dem Tätowierungs-Boom kritisch gegenüber und warnt vor schweren Kontaktallergien. In seinem aktuellen Forschungsprojekt befasst er sich mit Unverträglichkeitsreaktionen von Tätowierfarbe. Es gibt zurzeit leider keine groß angelegten Studien zu gesundheitlichen Auswirkungen von Tätowierungen, einzelne Untersuchen zeigen jedoch, dass Tätowierungen nicht unerhebliche Risiken bergen. Der Grund sind die tätowierten Farben, die nicht dortbleiben, wo sie eingestochen werden, sondern durch den Körper wandern. Laut Dr. Schubert verteilen sich 30 Prozent der Tätowierlösung im gesamten Körper. Es sind sogar Einlagerungen in Leber und Lymphknoten bekannt, die diese einfärben und zu unerwünschten Nebenwirkungen wie beispielsweise gestörtes Schwitzverhalten führen können....  [... mehr]