Wenn Äpfel & Co. Bauchschmerzen machen

Bauchkrämpfe nach dem Genuss von Weintrauben, Blähungen nach dem Verzehr von Äpfeln oder Birnen? Nicht für jeden ist Obst gut und bekömmlich. Schätzungen gehen davon aus, dass gut 20 Prozent der Bevölkerung hierzulande an einer sogenannten Fruktose-Malabsorption, einer Fruktose-Unverträglichkeit, leiden. Eine solche Unverträglichkeit kann sich in jedem Alter entwickeln. Der Körper dieser Menschen baut Fruchtzucker nicht richtig ab.

Fruchtzucker (Fruktose) kommt in unterschiedlicher Konzentration in den meisten Obst- und einigen Gemüsesorten vor. Viel Fruchtzucker enthalten Weintrauben, Äpfel, Pflaumen oder getrocknete Feigen. Verträglicher sind für viele Betroffene zum Beispiel Bananen oder generell Gemüse. Fruktose versteckt sich aber auch in Produkten ohne Fruchtanteil wie Softdrinks oder Fitnessriegeln, zum Beispiel in Form von Haushaltszucker, der zu 50 Prozent aus Fruchtzucker besteht. Da Fruktose ein billiger Rohstoff ist, findet man ihn immer häufiger auf der Zutatenliste von Lebensmitteln.

Bei gesunden Menschen wird der Zucker von den Dünndarmzellen vollständig aufgenommen und in den Körper weitergeleitet. Ist die Aufnahme aus dem Darm in die Blutbahn gestört (Malabsorption), funktioniert der Abbau nicht mehr. Der Fruchtzucker wird nur noch begrenzt oder gar nicht mehr von den Zellen der Dünndarmschleimhaut aufgenommen. Er wandert weiter in den Dickdarm und verursacht dort Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Druck- oder Völlegefühl, Blähungen und Durchfall. Auch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen sind möglich.

Ob es sich um eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit handelt, kann der Arzt mit dem Wasserstoff-Atemtest feststellen: Dabei trinkt der Patient ein Gemisch aus Wasser und Fruktose. Danach wird über einige Stunden hinweg gemessen, wie hoch der Wasserstoffgehalt der Atemluft ist. Versicherte sollten mit ihrer Krankenkasse klären, ob sie die Kosten für einen solchen Test im Einzelfall trägt. Bestätigt sich der Verdacht, muss die Ernährung umgestellt werden.

Die Ernährungsumstellung erfolgt stufenweise. Zunächst sollten Betroffene ein bis zwei Wochen komplett auf Speisen und Getränke mit Fruktose und auf Sorbit verzichten, damit der Darm zur Ruhe kommt. Danach können nach und nach wieder fruktosearme Lebensmittel gegessen werden, und zwar am besten in kleinen Portionen, um die individuelle Toleranzgrenze festzustellen. Nach zwei bis drei Monaten sollte der Speiseplan möglichst wieder ausgewogen sein. Auch Obst kann wieder gegessen werden. Neben Bananen enthalten auch Papayas oder Mandarinen relativ wenig Fruchtzucker.

Gern gibt Ihnen Ihre Apotheke vor Ort weitere Tipps zur Ernährung bei einer Fruktose-Unverträglichkeit.